CD&V plant, das Mindestalter für iGaming auf 21 zu erhöhen

Jürgen Bergmann | 19 Jul 2017

Der belgische Gesetzgeber möchte das Mindestalter für Glücksspiel erhöhen.Die neueste Nachricht zum Thema iGaming-Gesetzgebung in Europa: In Belgien wird in Kürze ein weiteres in Kraft setzen, das sich auf die dort geltenden Regeln für Glücksspiel bezieht. Diese Nachricht kommt nur einen Monat nach der Mitteilung einiger Lokalpolitiker, die einen Gesetzesentwurf zum Verbot von Fernsehwerbung für Glücksspiel im ganzen Land einbringen wollen.

Die christdemokratische und flämische Partei (CD&V) hat jetzt einen Gesetzesentwurf eingebracht, der das Mindestalter für die Teilnahme an Online-Glücksspiel von 18 auf 21 Jahre anheben würde. Momentan muss jeder Kunde der an der nationalen Lotterie oder an Sportwetten teilnehmen möchte, 18 Jahre oder älter sein. Aber Online-Casinos dürfen nur Kunden bedienen, die 21 Jahre oder älter sind. Im Vergleich dazu liegt das Mindestalter für alle Online-Glücksspiele in Deutschland bei 18 Jahren.

Falls das Föderale Parlament in Belgien dieses Gesetz verabschiedet, wird der Zugriff zu Online-Glücksspielen für eine junge und anfällige Altersgruppe weiter eingeschränkt. Belgien hatte ursprünglich im Jahre 1999 Glücksspiele durch das „Gesetz über Wetten und Glücksspiel“ legalisiert, das 11 Jahre später aufgrund der gestiegenen Nachfrage auch auf iGaming erweitert wurde.

Der Gesetzentwurf soll Jugendliche in Belgien schützen

Das Land hatte neue Rahmenbedingungen eingeführt, die es internationalen Anbietern ermöglichten, sich bei der Belgischen Glücksspielkommission um lokale Lizenzen zu bewerben. Diese Rahmenbedingungen waren am 1. Januar 2011 in Kraft getreten.

Die Regulierungsbehörde stellt fest, dass die lokale Spielebranche und deren Kunden bislang von den Bedingungen profitiert haben – obwohl Studien belegen, dass 15 % der belgischen Spieler nach wie vor Spiele auf nicht regulierten Websites bevorzugen. Dafür drohen diesen Spielern hohe Geldstrafen.

CD&V hat erklärt, dass der Gesetzentwurf mit dem höheren Mindestalter für iGaming aus dem Grund entstanden ist, dass Onlinewetten und Online-Glücksspielangebote bei Jugendlichen an Beliebtheit gewonnen haben. Vergangene Studien haben festgestellt, dass einer von fünf Jugendlichen im Alter von 17-18 Jahren schon einmal online gewettet hat, wobei Sportwetten besonders beliebt sind. Die CD&V zielt darauf ab, Maßnahmen einzuführen, die Belgier von den Auswirkungen durch übermäßiges und problematisches Glücksspiel zu schützen.

Der Gesetzgeber könnte Glücksspielwerbung im Fernsehen vor 20 Uhr verbieten

Ein weiteres Mitglied der CD&V hat letzten Monat einen Gesetzesentwurf eingebracht, der Fernsehwerbung für Glücksspielanbieter auf lokalen Fernsehsendern einschränken könnte. Der Justizminister Koen Geens schlug ein Verbot von solcher Werbung vor 20 Uhr vor. Wenn der Entwurf genug Unterstützung erfährt, würde sich daraus auch ein Verbot für Glücksspielwerbung bei live übertragenen Sportveranstaltungen ergeben.

Glücksspielanbieter, die in Belgien aktiv sind, werden schon jetzt dazu aufgefordert, ihre Spieler vor den Gefahren durch problematisches Glücksspielverhalten zu warnen, aber der Minister Geens möchte dafür sorgen, dass diese Warnungen verpflichtend werden.

Über diesen Gesetzentwurf könnte die Belgische Glücksspielkommission auch jede Werbung verbieten, die Glücksspielangebote in übertriebenem Maße bewirbt. Die Definition dieses Verbots von „übermäßigem Glücksspiel“ steht allerdings noch aus. 

Quellen: 
http://www.casinonewsdaily.com/2017/07/14/belgium-seeks-raise-minimum-online-gambling-age/ 
https://uk.practicallaw.thomsonreuters.com/1-635-3486?transitionType=Default&contextData=(sc.Default)&firstPage=true&bhcp=1