Europas erstes geteilte Online-Poker-Liquiditätsabkommen

Jürgen Bergmann | 12 Jul 2017

Europas erstes geteilte Online-Poker-Liquiditätsabkommen Autorité de régulation des jeux en ligne (ARJEL), die französische Online-Glücksspiel-Regulationsbehörde, hat das erste geteilte Online-Poker-Liquiditätsabkommen am 6. Juli 2017 auf einem speziellen Meeting in Rom unterzeichnet.

Das lange diskutierte Abkommen zwischen ARJEL und seinen Gegenstücken in Italien, Portugal und Spanien ist der wichtige erste Schritt beim Zusammenschluss des Spieler-Pools der 4 Länder. ARJEL veröffentlichte eine Mitteilung, in der zu lesen war, dass das Online-Poker-Netzwerk Ende 2017 gestartet werden könnte.

Immer noch ein weiter Weg zu gehen

Während die Nachrichten über dieses erste Abkommen willkommen sind, gibt es immer noch viel zu tun für die Regulierungsbehörden von Frankreich, Portugal, Italien und Spanien, bevor der Plan eines Zusammenschlusses vollständig umgesetzt ist. Das Abkommen bestimmt die Konditionen für weitere Zusammenarbeit und deckt wichtige Punkte ab, die in zukünftigen Gesprächen über geteilte Liquidität bedacht werden müssen.

Gespräche über den Zusammenschluss wurden initiiert als ein Weg, um mit der Abwärtsspirale umzugehen, in welche die individuelle Liquidität die online Poker. Märkte der 4 Länder gebracht hat. Sie wurden seit Jahren geführt, obwohl die ersten wirklichen Schritte in diese Richtung im letzten Jahr beschritten wurden.

Die Bedeutung der Spieler-Liquidität

Portugal ist erst seit November 2016 in der Online-Poker-Arena, als PokerStars die erste Service-Anbieter-Lizenz erhielt, wogegen Frankreich, Italien und Spanien ihre Poker-Märkte seit Jahren regulieren. Alle 4 Länder haben ähnliche Regulierungsansätze und alle 4 Märkte sind abgeschirmt. Das macht es unmöglich für Spieler in einem Land, Zugang zu einem größeren Spieler-Pool zu erhalten.

Spieler können nicht gegen Tischnachbarn aus anderen Rechtsgebieten antreten und Gewinne sind fragmentiert mit Preisgeldern, die nicht so groß sind, wie sie sein könnten, wenn die Märkte zentralisiert wären. Genauso sind die Gewinne durch die Spiele kleiner als sie es mit geteilter Liquidität wären. Die hohen Steuern auf Pokergewinne hatten auch einen negativen Einfluss auf die regulierten Online-Poker-Märkte von Frankreich, Italien und Spanien. Die Schaffung eines größeren Spielernetzwerkes sollte alle diese Probleme beseitigen.

Andere Länder sollten folgen

Anfang des Jahres 2017 kam die Meldung, dass Deutschland und Österreich daran interessiert seien, dem geteilten Liquiditätsabkommen mit den 4 Ursprungsländern beizutreten. Das Vereinigte Königreich hat an den Verhandlungen teilgenommen.

Das Interesse ist deutlich, obwohl die formalen Brexit-Diskussionen dazu führen, dass die britischen Regulierungsbehörden einige Zeit brauchen werden, bevor sie dem Online-Poker-Netzwerk der Zukunft beitreten werden.