FCA reguliert ab 2018 den Handel mit binären Optionen

Jürgen Bergmann | 27 Nov 2017

Handel mit binären Optionen soll im UK reguliert werdenBei all der Aufmerksamkeit für die deutschen iGaming-Gesetze ist es eine interessante Neuigkeit, dass Großbritanniens wichtigste Finanzaufsichtsbehörde, die Financial Conduct Authority (FCA), vor kurzem eine überraschende neue Entwicklung bezüglich des Handels mit binären Optionen innerhalb der britischen Grenzen bekannt gab. Die FCA erklärte letzte Woche, dass sie ab Januar 2018 den Handel mit binären Optionen regulieren wird.

Die Überwachungsbehörde hat vor einigen Monaten vor Händlern und Verbrauchern eine Warnung ausgesprochen und sie auf ein Produkt aufmerksam gemacht, das sie als „Produkt mit hohem Risiko“ ansieht. Nun hat die FCA beschlossen, ab dem 3. Januar 2018 alle Regulierungen zum Handel mit binären Optionen in Großbritannien zu übernehmen, um die einheimischen Verbraucher umfassender schützen zu können.

2.500 Betrugsfälle seit 2012

Die Popularität dieser speziellen Wettform ist in den letzten Jahren rapide angestiegen, und dies hat wiederum die Anzahl der Beschwerden und Berichte über Betrug in Zusammenhang mit dem Handel mit binären Optionen in ganz Großbritannien erhöht. Seit 2012 wurden über 2.500 Betrugsfälle im Zusammenhang mit dem Handel mit binären Optionen gemeldet, was für die Opfer zu massiven finanziellen Verlusten von über 60 Millionen Pfund führte.

Darüber hinaus meldete das National Fraud Intelligence Bureau der Londoner Polizei zwischen 2012 und Mai 2016 sage und schreibe 305 Betrugsfälle - das entspricht 27 Fällen pro Monat. Bis jetzt wurden Unternehmen, die binäre Optionen anbieten, nur von der britischen Glücksspielkommission überwacht, aber ab 2018 wird die FCA einschreiten, um alle Handelsaktivitäten zu regulieren und zu überwachen.

Neue Gesetze sehen vor, dass Beschwerden an den britischen Financial Ombudsman Service und nicht an das UKGC weitergeleitet werden müssen, um Opfern von Betrug mit binärem Handel Zugang zum Financial Services Compensation Scheme zu gewähren.

Vergleich von Handel mit Wetten mit festen Quoten

In Bezug auf die Entwicklung merkte die FCA an, dass es auf Grund der kurzen Dauer der Handelstransaktionen im Zusammenspiel mit der komplexen Methode, die für die Preisbildung bei binären Handelsoptionen verwendet wird, eine Herausforderung für die Verbraucher darstellt, die betreffenden Produkte korrekt zu bewerten.

Die britische Finanzaufsicht verglich in dieser Erklärung auch binäre Optionen mit Wetten mit festen Quoten. Sie stellte fest, dass die kurze Laufzeit von Verträgen auch bedeutet, dass diese Form des Handels süchtig machen und so dazu führen könne, dass einige Verbraucher erhebliche finanzielle Verluste erlitten, ebenso wie Spielsucht in der Casino-Glücksspielbranche.

Die FCA merkte außerdem an, dass in vielen Fällen die Firmen, von denen Verbraucher Kaufoptionen beziehen, dann profitieren, wenn sie ihre Investitionen verlieren. Dies, so die Organisation, stelle die Interessen der Firmen in Konflikt mit ihren Kunden und erhöhe das Risiko von „schlechtem Verhalten“ seitens der Unternehmen, die Produkte und Dienstleistungen im Bereich des Handels mit binären Optionen anbieten.

Links zu Quellen: https://www.gamblinginsider.com/news/4503/britain-to-regulate-binary-trading-from-january