Gauselmann Gruppe könnte aus Deutschland aussteigen

Jürgen Bergmann | 30 Nov 2017

Gauselmann Gruppe könnte zum Deutschland-Ausstieg gezwungen seinDer iGaming-Softwareanbieter und -Betreiber Gauselmann könnte sich gezwungen sehen, keine Software mehr an Casinos mit Ausrichtung auf deutsche Spieler auszuliefern. Diese Nachricht wurde in dieser Woche über zahlreiche lokale Nachrichtenkanäle in Deutschland bekannt. Die Gruppe wird offenbar angewiesen, den Anordnungen des deutschen Bundesverwaltungsgerichts nachzukommen.

Das Gericht entschied kürzlich, das Verbot für Online-Glücksspiel und -Sportwetten in Deutschland aufrechtzuerhalten, und gab diesen Beschluss Ende letzten Monats bekannt. Im Wesentlichen bedeutet das, dass Edict Games und Merkur – zwei Marken unter dem Dach der Gauselmann Gruppe – für deutsche Spieler nicht mehr zur Verfügung stehen werden und aus dem heimischen Markt werden aussteigen müssen.
 

Betreiber suchen eilig nach Ersatz

Casinospiele von Merkur sind bei deutschen Spielern seit Langem beliebt und der Marktausstieg dieses Entwicklers wird sich direkt auf die Nutzer derjenigen Online-Casinos auswirken, die die Spiele der Marke anbieten. Medien wie die Süddeutsche Zeitung haben berichtet, dass die Gauselmann Gruppe ihre Online-Spielautomatensoftware an eine ihrer Tochtergesellschaften mit Sitz auf der Isle of Man verkauft. Von dort aus werde man sich an deutsche Spieler richten und dem bundesweiten Verbot von Online-Glücksspieldiensten in Deutschland somit trotzen.

Nachdem die Nachricht vom Marktausstieg der Gruppe bekannt geworden ist, wollen Online-Casinos, die Spiele von Merkur und Edict im Angebot haben, eilig ihre Portfolios anpassen, um durch diese Entwicklung keine deutschen Spieler zu verlieren. Die Spielebibliotheken einiger dieser Casinos basieren fast vollständig auf den Spielen dieser Entwickler, sodass auf der Hand liegt, warum so viele Marken händeringend nach neuen Softwareanbietern suchen.
 

Auswirkungen auf Spieler & Partner

Das Platin Casino, eine der betroffenen Marken, hat sogar all seine Vertragspartner per E-Mail kontaktiert, um die Nachricht mitzuteilen und zu versichern, dass den Spielern in Kürze Spiele von neuen Softwareanbietern zur Verfügung stehen würden. Für Platin und viele weitere Casinos war die Nachricht des Gauselmann-Ausstiegs ein plötzlicher und unerwarteter Schock.

Der logische weitere Weg für diese Casino-Marken würde darin bestehen, neue Softwareanbieter zu finden – aber die Plötzlichkeit der Entwicklung hat den Betreibern sehr wenig Zeit gelassen, um solche Spiele zu finden. Ganz abgesehen davon, dass sie sich zudem äußerst knappen Fristen gegenübersehen, innerhalb derer sie die Merkur- und Edict-Spiele von ihren Plattformen entfernen müssen.

Es wird sich zeigen, ob diese Casinos im vorgegebenen Zeitrahmen angemessene Alternativen finden werden. Ungewiss ist vorerst auch, wie die deutschen Nutzer dieser Glücksspielwebsites reagieren werden. Wahrscheinlich werden auch Vertragspartner von dem Schritt betroffen sein, auch wenn zunächst noch nicht bekannt ist, in welchem Ausmaß dies der Fall sein wird.

Quellenlinks: https://www.onlinecasinoreports.com/articles/merkur-and-edict-games-facing-german-market-exit.php