Kreml warnt vor den Gefahren von Bitcoin

Jürgen Bergmann | 31 Oct 2017

Russland warnt vor BitcoinEin hochrangiger Vertreter der russischen Regierung erläuterte kürzlich die Entscheidung des Kreml, russischen Bürgern das Investieren in Kryptowährungen wie etwa Bitcoin zu verbieten. In Russland wurden Bitcoin-Investitionen in den vergangenen Monaten mit Glücksspielen im Casino verglichen und ein landesweites Verbot des Investierens in beliebte neue Digitalwährungen veranlasst.

In einer Stellungnahme bei den Weltfestspielen der Jugend und Studenten in Sotschi am 17. Oktober warnte der russische Wirtschaftsminister Maxim Oreschkin ein gewaltiges Publikum vor den Gefahren beim Umgang mit Kryptowährungen, wobei der Schwerpunkt auf Handel und Investitionen lag.

Bitcoin zu unbeständig für Investitionen

Der staatlichen Pressestelle OT zufolge merkte Minister Oreschkin an, dass Bitcoin viel zu unbeständig und unberechenbar sei, um als gute Investitionsmethode gelten zu können, und er sagte, dass der Wert an einem Tag um Dutzende von Prozenten steige, an anderen Tagen aber ebenso stark fallen könne.

Ein derart unberechenbares Anlagegut, sagte Oreschkin, sollte unqualifizierten Investoren nicht zugänglich sein, da es schlechtere Chancen als manche Casinos biete. Man mag zunächst Gewinne erzielen, doch wahrscheinlich verliert man alles und 'bleibt mit leeren Händen zurück', warnte der Regierungsvertreter.

Während es stimmt, dass Investitionen in Bitcoin zu bedeutenden Verlusten führen können, so ist dies doch bei jeglichen Investitionen in neue Technologien ein ganz normales Szenario. Zudem verfügen viele von jenen, die vor einigen Jahren in Kryptowährungen investierten, nun über Vermögenswerte, die ein Vielfaches von dem wert sind, was sie ursprünglich gekostet haben.

Russland plant Einführung des 'Krypto-Rubels'

Der staatliche Verweis auf Casino-Glücksspiele ist ebenfalls interessant, wenn man die frühere russische Strategie bedenkt, inländische Casinobetreiber zu Investitionen in die Glücksspielzone Asow-Stadt zu bewegen. Die Strategie wurde später aufgegeben und stattdessen neue Zonen auf der Krim und in Sotschi eingerichtet, während Asow-Stadt ohne Ausgleich zurückgelassen wurde.

Erst vor einigen Monaten, im August, enthüllte der Kreml auch Pläne, um sicherzustellen, dass nur qualifizierte Investoren Kryptowährungs-Investitionen vornehmen können. Das Finanzministerium beschreibt einen qualifizierten Investor als eine Person mit mindestens sechs Millionen Rubel auf ihren Investitionskonten, die außerdem mindestens vierzig Transaktionen pro Jahr vornimmt und zwei oder mehr Jahre Erfahrung im Finanzhandel besitzt.

Russische Bürger äußerten sich skeptisch zum Verbot von Bitcoin-Investitionen, als später bekanntgegeben wurde, dass die Regierung die Einführung des Krypto-Rubels plant - ihrer eigenen blockchainbasierten Digitalwährung -, der zweifellos stark besteuert und staatlich überwacht sein wird.

Der neue Krypto-Rubel ist Teil einer umfassenderen Entwicklung, durch die die russische Regierung völlige Kontrolle über die Internetnutzung im Lande erlangen will, wobei für die Bürger ihr Zugang zum Web mit jedem Monat stärker eingeschränkt und überwacht wird.

Quellen-Links: https://www.casinopedia.org/news/russia-bitcoin-casino-gambling-blocks-citizens-from-investing