29.000 Belgier schließen sich selbst vom Glücksspiel aus

Jürgen Bergmann | 30 April 2018

29.000 belgische Spieler sagen Nein zum GlücksspielEs scheint, dass die fortlaufenden Bemühungen der belgischen Regierung, Spielsuchtprobleme in ihrem Land einzudämmen, nicht vergeblich gewesen sind. Dies ging aus einer Pressemitteilung des belgischen Justizministeriums hervor, die am Montag auf der offiziellen Website von Minister Koen Geens veröffentlicht wurde.

Laut der Pressemitteilung machten 2017 29.319 Bürger von einem Selbstausschlussprogramm der Regierung Gebrauch, das sie an der Teilnahme an Glücksspielen hindern soll. In der Pressemitteilung hieß es weiter, dass im letzten Jahr 158.413 Bürgern mittels einer gerichtlichen Verfügung das Glücksspiel untersagt wurde. Beide Zahlen stellen im Vergleich zu 2016 einen starken Zuwachs dar.

Datensystem für Informationen über ausgeschlossene Personen

Um sich selbst in Zukunft vom Glücksspiel auszuschließen, müssen Bürger ihre persönlichen Daten bei der belgischen Glücksspielkommission einreichen. Diese Daten werden dann in das belgische Datensystem für Informationen über ausgeschlossene Personen (Excluded Persons Information System, kurz EPIS) eingegeben, das seit 2004 aktiv ist.

Alle Spieler, die sich bei einem Online Casino anmelden oder versuchen, in einem Spielsalon in der realen Welt zu spielen, müssen ihre persönlichen Daten angeben, damit geprüft werden kann, ob sie in der EPIS-Liste aufgeführt sind oder nicht. Steht der Name eines Spielers auf der Liste, sind Spielhallen gesetzlich dazu verpflichtet, der Person das Spielen ihrer Glücksspiele zu untersagen.

Laut der Pressemitteilung ist die Zahl der Bürger, die dem Programm freiwillig beitreten, in den letzten fünf Jahren stark angestiegen. 2013 waren 19.670 Spieler durch Selbstausschluss bei EPIS registriert – fast 10.000 weniger als Ende 2017. Gleichzeitig bedeutet dies eine Steigerung von 9 % im Vergleich zu 2016.

Das Selbstausschlussprogramm betrifft eine ganze Reihe von Glücksspielvarianten und schließt sowohl Online Casinos als auch traditionelle Casinos und mit ihnen verbundene Einrichtungen mit ein.

Verbot für über 150.000 Spieler

Zusätzlich zu den Spielern, die sich selbst ausgeschlossen haben, hat das belgische Datensystem für Informationen über ausgeschlossene Personen auch einen Überblick über die Spieler im Land, denen das Spielen untersagt wurde. 2017 stieg die Zahl der ausgeschlossenen Spieler auf 158.413 (im Vergleich zu 82.580 im Jahr 2013).

Diesen Spielern wurde das Glücksspiel mittels einer gerichtlichen Verfügung verboten - im Allgemeinen wegen der hohen Schulden, die sie aufgrund ihrer Spielsucht angesammelt hatten. Das Gericht ist in Belgien gesetzlich befugt, Spielern das Glücksspiel sowohl in traditionellen als auch in Online Casinos zu untersagen, wenn es dies für angemessen hält.

Die dritte Gruppe der ausgeschlossenen Spieler (ebenfalls in EPIS registriert) haben sich weder selbst ausgeschlossen, noch wurde ihnen das Spielen mittels einer gerichtlichen Verfügung untersagt. Diese Spieler wurden auf das Gesuch einer Drittperson wie einem Familienmitglied oder einem Partner hin ausgeschlossen. Solche Gesuche werden bei der belgischen Glücksspielkommission eingereicht und von ihr bearbeitet.

Die Pressemitteilung gab bekannt, dass 2017 409 Spieler auf diese Weise vom Glücksspiel ausgeschlossen wurden. Dies ist eine beträchtliche Steigerung im Vergleich zu 89 Personen im Jahr 2013.

Zusätzliche Einschränkungen

Um der Verbreitung von Spielsucht in Belgien weiter entgegenzuwirken, haben örtliche Gesetzgeber und Glücksspielregulatoren weitreichende Einschränkungen auf Werbung in der Branche beantragt.

Die geplanten Einschränkungen, die letzten Oktober offiziell vorgelegt wurden, würden Werbung für Glücksspiel während Live-Sportübertragungen, vor 22.00 Uhr oder 15 Minuten vor und nach Kindersendungen verbieten.

Zusätzlich verlangen die Regulatoren, Online-Casino-Bonusse auf maximal 275 Euro monatlich zu begrenzen sowie eine wöchentliche Obergrenze von 500 Euro für Spieleinsätze einzurichten.

Quellenlinks:

http://www.casinonewsdaily.com/2018/04/23/a-total-of-29319-belgians-self-excluded-themselves-from-gambling-in-2017/