Britische Regierung sorgt für Ärger

Jürgen Bergmann | 22 Juni 2018

Britische Regierung hat große Änderungen vorDie Regierung Großbritanniens begann letztes Jahr, härter gegen sogenannte Fixed-Odds-Betting-Terminals, also Spielautomaten mit festen Gewinnchancen, vorzugehen. Sie hatte in diesem Jahr vor, die Nutzung solcher Spielautomaten stark einzuschränken. Dieses geplante Vorgehen wird nun jedoch auf das Jahr 2020 verschoben, was der örtlichen Wettbranche einen geschätzten Aufschwung von über 4,5 Milliarden Euro gegenüber dem durchschnittlichen Jahreseinkommen einbringt.

Anfang Mai dieses Jahres kündigte die Regierung an, den höchsten Einsatz bei dieser Art Automaten von ca. 114 Euro auf knapp über 2 Euro senken zu wollen. Diese Maßnahme wird nun verschoben, damit das Land ein entsprechendes Gesetz verfassen und verabschieden kann. Geplant wird auch, im Haushaltsplan im April 2019 höhere Steuern auf Online-Glücksspiele zu erheben, um die fehlenden Steuereinnahmen aufgrund der reduzierten Gewinnmargen von Spielautomaten mit festen Gewinnchancen zu decken.

Steuererhöhung für iGaming-Branche kommt

Laut einem an einen Branchenexperten gesendeten Bericht aus dem Finanzministerium ändert die Regierung die Regelungen, um eine Balance zwischen den Bedürfnissen schutzbedürftiger Spieler, denen, die verantwortungsvoll wetten, und den vielen Leuten, die im Glücksspielsektor arbeiten, herzustellen.

Die Änderungen sollen durch eine Erhöhung der Abgaben für Fernglücksspiele ausgeglichen werden, um negative Auswirkungen auf die Staatsfinanzen auszugleichen und die Finanzierung wesentlicher öffentlicher Dienstleistungen aufrechtzuerhalten. Den Gesetzgebern zufolge werden diese Abgaben durch iGaming-Betreiber in entsprechender Höhe bezahlt.

Auch der Verband der britischen Wettanbieter hat sich zu den Entwicklungen geäußert. Er stellte fest, dass aufgrund der Regierungsentscheidung, die Einsätze an Spielautomaten mit festen Gewinnchancen auf kaum 2 Euro zu reduzieren, die Wettbüros in Großbritannien nun daran arbeiten, sich mit der neuen Situation zurechtzufinden.

Viele Arbeitsplätze und Wettbüros gehen verloren

Der Verband sagte außerdem, dass der neue, niedrigere Maximaleinsatz Tausende Arbeitsplätze vernichten könnte und eine wesentliche Änderung hinsichtlich der Anzahl der in der Branche vorhandenen Wettbüros unternommen werden müsse.

Vor diesem Hintergrund sind Experten der Meinung, dass die Zeit, die Unternehmen für die Umsetzung der Änderungen benötigen, ein Schlüsselfaktor sei, um die Betreiber in die Lage zu versetzen, Umschichtungen und freiwillige Kündigungen bestmöglich zu nutzen und Mietverträge neu zu verhandeln, damit Arbeitsplätze und Verkaufsstellen gerettet werden können. Zusätzlich müssten auch Softwareänderungen an Hunderten Spielautomaten mit festen Gewinnchancen und Einzelspielen vorgenommen werden, bevor die Änderungen wirklich wirksam werden können.

 

Bildquellen:

https://www.gamblinginsider.com/news/5398/uk-to-delay-fobt-crackdown-but-raise-online-gambling-tax